Großbritannien will die Ukraine im Kampf gegen russische Raketenangriffe stärker unterstützen. Der britische Premierminister Andy Burnham fordert die europäischen Verbündeten auf, ihre eigenen Luftverteidigungsbestände zu überprüfen und Patriot-Abfangraketen für die Ukraine bereitzustellen.
Die Ukraine warnt seit Monaten vor einem Mangel an Abfangraketen. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass sein Land vor dem Winter mindestens 300 Patriot-Abfangraketen benötige. Damit sollen russische Marschflugkörper und ballistische Raketen abgefangen und wichtige Infrastruktur geschützt werden.
Burnham erklärte, dass er möglicherweise im September nach New York reisen werde. Anlass wäre die Generalversammlung der Vereinten Nationen. Es wäre seine erste Reise in die USA seit seinem Amtsantritt als britischer Premierminister.
Burnham könnte die Reise nutzen, um mit US-Präsident Donald Trump über den Zugang der Ukraine zu amerikanischen Patriot-Abfangraketen zu sprechen. Auch andere europäische Staats- und Regierungschefs wollen Washington dazu bewegen, vorhandene US-Bestände für die ukrainische Luftverteidigung zugänglich zu machen.
Die britische Regierung sieht dabei einen wachsenden Handlungsdruck. Russland setzt weiterhin Marschflugkörper und ballistische Raketen gegen Ziele in der Ukraine ein. Besonders die Energieversorgung und andere wichtige zivile Infrastruktur stehen unter Druck.
Selenskyj erklärte nach einem Treffen der westlichen Unterstützer, dass die Luftverteidigung weiterhin eine der wichtigsten Aufgaben sei. Die Ukraine arbeite daran, Patriot-Abfangraketen vom Typ PAC-3 über verschiedene internationale Programme zu beschaffen.
Selenskyj bedankte sich außerdem bei Großbritannien, Frankreich und Deutschland für die weitere Unterstützung. Er betonte, dass die Verbündeten gemeinsam daran arbeiten müssten, die Ukraine vor dem kommenden Winter besser zu schützen.
Auch die Energieversorgung sei eine große Herausforderung. Nach Selenskyjs Angaben bereitet Europa eine weitere Kredittranche in Höhe von 6,1 Milliarden Euro für die Ukraine vor.
Während des Besuchs wurde außerdem ein neues Verteidigungsabkommen zwischen Großbritannien und der Ukraine unterzeichnet. Das Abkommen wurde am 24. August, dem ukrainischen Unabhängigkeitstag, vereinbart.
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung neuer Technologien mit künstlicher Intelligenz. Großbritannien soll dabei Zugang zu den sogenannten Avengers Labs in der Ukraine erhalten.
Dort wurden nach Angaben aus dem Bericht rund fünf Millionen Aufnahmen vom Schlachtfeld gesammelt. Die Daten stammen unter anderem von Kameras, Infrarotsensoren und anderen Überwachungssystemen.
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Die Aufnahmen zeigen unter anderem Panzer, Artillerie, Luftverteidigungssysteme, Soldaten und Ziele aus der Luft.
Die Ukraine nutzt die gesammelten Daten bereits, um Systeme mit künstlicher Intelligenz zu trainieren. Diese sollen militärische Ziele auf Bildern automatisch und nahezu in Echtzeit erkennen können.
Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums kann ein trainiertes KI-System rund 70 Prozent der feindlichen Ziele auf bestimmten Aufnahmen erkennen.
Britische Universitäten und Unternehmen aus der Verteidigungsbranche sollen künftig ebenfalls mit diesen Daten arbeiten. Bereits zuvor wurden gemeinsame Pilotprojekte gestartet.
Ziel ist es, die ukrainische Erfahrung aus dem Krieg mit britischem Know-how im Bereich künstlicher Intelligenz zu verbinden und daraus neue militärische Technologien zu entwickeln.
Selenskyj erklärte, dass die Ukraine ihre Produktion von Drohnen und anderen Langstreckenwaffen weiter erhöhen könne, wenn zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt würden.
Nach seinen Angaben verfügt die Ukraine über verschiedene Drohnen, die Ziele in einer Entfernung von etwa 300 bis 3.000 Kilometern erreichen können. Bei Langstreckenangriffen setze die Ukraine deshalb zunehmend auf Drohnen, da die verfügbaren Mengen an Raketen begrenzt seien.
Selenskyj betonte zugleich, dass die Ukraine mehr finanzielle Unterstützung benötige, um ihre militärischen Fähigkeiten auszubauen.
Bei den Gesprächen ging es außerdem um mögliche Verhandlungen mit Russland. Selenskyj erklärte, dass viele europäische Politiker derzeit skeptisch seien, ob der russische Präsident Wladimir Putin zu ernsthaften Verhandlungen bereit sei.
Frankreich schlug laut Selenskyj vor, den Druck auf die sogenannte russische Schattenflotte zu verstärken. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit der europäischen Länder weiter ausgebaut werden.
Die europäischen Partner wollen die Unterstützung für die Ukraine fortsetzen. Besonders vor dem kommenden Winter steht dabei die Luftverteidigung im Mittelpunkt. Großbritannien setzt deshalb auf eine gemeinsame Lösung mit den USA und anderen europäischen Staaten, um zusätzliche Patriot-Abfangraketen für die Ukraine zu beschaffen.