Operation Walküre: Warum der Plan, Hitler zu töten, scheiterte

Operation Walküre: Warum der Plan, Hitler zu töten, scheiterte

Am 20. Juli 1944 ereignete sich einer der bekanntesten Anschlagsversuche der deutschen Geschichte. An diesem Tag versuchte eine Gruppe deutscher Offiziere und Zivilisten, Adolf Hitler zu töten und anschließend die Kontrolle über das Deutsche Reich zu übernehmen. Der gesamte Plan trug den Namen „Operation Walküre“. Obwohl der Anschlag scheiterte, gilt er bis heute als einer der bedeutendsten Widerstandsakte gegen das nationalsozialistische Regime.

Um zu verstehen, warum es überhaupt zu dieser Verschwörung kam, muss man einige Jahre zurückblicken. Als der Zweite Weltkrieg am 1. September 1939 mit dem deutschen Angriff auf Polen begann, glaubten viele Offiziere der Wehrmacht zunächst an einen schnellen militärischen Erfolg. In den ersten Kriegsjahren gewann Deutschland tatsächlich große Gebiete in Europa. Doch ab 1942 änderte sich die Lage grundlegend.

Die Niederlage in der Schlacht von Stalingrad Anfang 1943 markierte einen Wendepunkt des Krieges. Gleichzeitig nahmen die Luftangriffe der Alliierten auf deutsche Städte immer weiter zu. Immer mehr Soldaten fielen an den Fronten, und viele Offiziere erkannten, dass der Krieg kaum noch zu gewinnen war.

Neben den militärischen Rückschlägen erfuhren einige Angehörige der Wehrmacht auch von den schweren Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes. Massenerschießungen, die Verfolgung politischer Gegner und der Mord an Millionen Jüdinnen und Juden erschütterten einzelne Offiziere. Nicht alle teilten dieselben Motive, doch viele kamen zu der Überzeugung, dass Hitler Deutschland in eine Katastrophe führte.

Bereits vor 1944 hatte es kleinere Pläne gegeben, Hitler zu töten. Mehrere Offiziere und Widerstandskämpfer diskutierten verschiedene Möglichkeiten. Manche wollten Hitler während einer Militärparade erschießen, andere planten einen Bombenanschlag. Die meisten Vorhaben scheiterten jedoch bereits in der Vorbereitung oder konnten wegen kurzfristiger Änderungen in Hitlers Terminen nicht umgesetzt werden.

Zu den wichtigsten Persönlichkeiten des militärischen Widerstands gehörte Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Er wurde am 15. November 1907 in Jettingen im Königreich Württemberg geboren. Stauffenberg entstammte einer adeligen Familie und trat früh in die Reichswehr ein. Während des Krieges diente er an verschiedenen Fronten.

Am 7. April 1943 wurde Stauffenberg während eines Einsatzes in Tunesien bei einem Luftangriff schwer verletzt. Er verlor seine rechte Hand, zwei Finger der linken Hand und das linke Auge. Trotz dieser schweren Verletzungen kehrte er nach seiner Genesung in den Militärdienst zurück.

In den folgenden Monaten gewann Stauffenberg immer größeren Einfluss innerhalb des militärischen Widerstands. Er war überzeugt, dass nur die Ausschaltung Hitlers einen politischen Neuanfang ermöglichen könnte. Gleichzeitig glaubte er, dass Deutschland den Krieg ohne grundlegende Veränderungen nicht mehr gewinnen könne.

Gemeinsam mit anderen Offizieren entwickelte Stauffenberg einen Plan, der auf einer bereits bestehenden Notfallregelung beruhte. Diese trug den Namen „Operation Walküre“. Ursprünglich war sie von der nationalsozialistischen Führung selbst geschaffen worden. Ihr Zweck bestand darin, bei inneren Unruhen oder einem Aufstand schnell Ersatztruppen der Reservearmee einzusetzen.

Die Verschwörer wollten diesen bestehenden Notfallplan für ihre eigenen Ziele nutzen. Ihr Vorhaben war einfach, aber äußerst riskant. Zunächst sollte Hitler durch einen Bombenanschlag getötet werden. Unmittelbar danach wollte man behaupten, eine Gruppe von Parteifunktionären habe einen Staatsstreich versucht. Unter diesem Vorwand sollte die Reservearmee wichtige Ministerien, Funkstationen, Regierungsgebäude und militärische Einrichtungen übernehmen.

Zu den Mitverschwörern gehörten unter anderem General Friedrich Olbricht, General Ludwig Beck, Henning von Tresckow, Albrecht Mertz von Quirnheim und mehrere zivile Unterstützer. Obwohl sie unterschiedliche politische Vorstellungen hatten, verband sie das gemeinsame Ziel, die Herrschaft Hitlers zu beenden.

Die größte Herausforderung bestand darin, überhaupt in Hitlers Nähe zu gelangen. Wegen mehrerer früherer Anschlagsversuche hatte Hitler seine Sicherheitsmaßnahmen ständig verschärft. Seine Termine wurden kurzfristig geändert, Besprechungen fanden an wechselnden Orten statt, und nur wenige Personen erhielten direkten Zugang.

Durch seine neue Position im Ersatzheer durfte Stauffenberg jedoch regelmäßig an militärischen Lagebesprechungen teilnehmen. Dadurch erhielt er die seltene Möglichkeit, Hitler persönlich zu treffen. Für die Verschwörer war dies die vielleicht letzte realistische Chance, ihren Plan umzusetzen.

Im Juli 1944 begannen die Vorbereitungen für den entscheidenden Anschlag. Stauffenberg erhielt Sprengstoff britischer Herkunft, der mit einem chemischen Zeitzünder ausgestattet war. Wegen seiner schweren Verletzungen war das Scharfmachen der Bombe für ihn besonders schwierig. Trotzdem entschied er sich, die gefährliche Aufgabe selbst zu übernehmen.

Niemand aus der Gruppe konnte sicher sein, ob der Plan gelingen würde. Allen Beteiligten war bewusst, dass sie bei einem Scheitern mit ihrer sofortigen Verhaftung und wahrscheinlich mit dem Tod rechnen mussten. Dennoch beschlossen sie, den Anschlag durchzuführen. Damit begann die letzte Phase einer der bekanntesten Verschwörungen gegen Adolf Hitler. Am Morgen des 20. Juli 1944 verließ Claus Schenk Graf von Stauffenberg gemeinsam mit seinem Adjutanten Werner von Haeften Berlin. Ihr Ziel war das Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ bei Rastenburg in Ostpreußen, dem heutigen Kętrzyn in Polen. Dort sollte am Mittag eine militärische Lagebesprechung mit Adolf Hitler stattfinden.

Stauffenberg trug in seiner Aktentasche zwei Sprengstoffpakete. Ursprünglich war geplant, beide Bomben zu aktivieren, um die Wirkung der Explosion zu verstärken. Wegen seiner schweren Verletzungen und der knappen Zeit gelang es ihm jedoch nur, eine der beiden Bomben mit dem chemischen Zeitzünder scharf zu machen. Die zweite Ladung blieb ungenutzt.

Kurz vor Beginn der Besprechung begab sich Stauffenberg unter einem Vorwand in einen Nebenraum. Dort aktivierte er die Bombe und legte sie anschließend zurück in seine Aktentasche. Anschließend betrat er den Besprechungsraum, in dem Hitler bereits mit mehreren Generälen und Offizieren über die militärische Lage sprach.

Eigentlich sollte die Besprechung in einem massiven Betonbunker stattfinden. Wegen der sommerlichen Hitze wurde sie jedoch kurzfristig in eine hölzerne Lagebaracke verlegt. Diese Entscheidung sollte später eine entscheidende Rolle spielen. Während ein Bunker den Explosionsdruck im Inneren stark verstärkt hätte, konnten in der Baracke Fenster und Wände einen Teil der Druckwelle nach außen entweichen lassen.

Stauffenberg stellte seine Aktentasche möglichst nah an Hitler unter den großen Kartentisch. Wenige Minuten später verließ er den Raum mit der Begründung, dringend telefonieren zu müssen. Niemand schöpfte Verdacht.

Kurz nach seinem Verlassen bemerkte Oberst Heinz Brandt, dass die Aktentasche im Weg stand. Er schob sie auf die andere Seite eines dicken Tischbeins aus Eichenholz. Diese scheinbar unbedeutende Bewegung veränderte den Verlauf der Geschichte. Das massive Tischbein befand sich nun zwischen Hitler und der Bombe und schirmte einen großen Teil der Explosionskraft ab.

Um 12:42 Uhr detonierte der Sprengsatz. Die Explosion zerstörte einen großen Teil der Baracke. Fenster zerbarsten, Holzbalken stürzten ein und dichter Rauch erfüllte den Raum. Vier Menschen starben später an den Folgen der Explosion, zahlreiche weitere wurden verletzt.

Stauffenberg, der sich bereits außerhalb des Gebäudes befand, sah die Explosion aus der Entfernung. Da er das zerstörte Gebäude beobachtete und niemand sofort Informationen überlebende Personen erhielt, war er überzeugt, dass Hitler den Anschlag nicht überlebt hatte. Gemeinsam mit Werner von Haeften verließ er das Gelände und flog zurück nach Berlin.

Währenddessen wurde Hitler aus den Trümmern geführt. Er hatte Verletzungen erlitten, darunter Verbrennungen, Prellungen und ein beschädigtes Trommelfell. Trotzdem konnte er laufen und noch am selben Tag Besucher empfangen. Dass Hitler die Explosion überlebte, war für die Verschwörer zunächst nicht bekannt.

Nach seiner Rückkehr nach Berlin informierte Stauffenberg seine Mitverschwörer, dass der Anschlag seiner Überzeugung nach erfolgreich gewesen sei. Daraufhin begannen sie, Operation Walküre in Gang zu setzen. Befehle wurden verschickt, Reserveeinheiten alarmiert und verschiedene Dienststellen angewiesen, wichtige Gebäude zu übernehmen.

Doch schon nach kurzer Zeit trafen widersprüchliche Nachrichten ein. Aus der Wolfsschanze wurde gemeldet, dass Hitler noch am Leben sei. Zunächst glaubten einige Verschwörer, es handle sich um gezielte Falschmeldungen der SS. Andere wurden jedoch zunehmend unsicher.

Am Nachmittag sprach Hitler persönlich mit mehreren ranghohen Militärs. Wenig später telefonierte er auch mit Joseph Goebbels in Berlin. Dadurch wurde deutlich, dass der Diktator den Anschlag tatsächlich überlebt hatte. Für die Verschwörer bedeutete diese Nachricht den Zusammenbruch ihres gesamten Plans.

Viele Offiziere, die zunächst bereit gewesen waren, Operation Walküre zu unterstützen, zogen ihre Unterstützung sofort zurück. Sie wollten sich nicht an einem Staatsstreich beteiligen, solange Hitler lebte. Innerhalb weniger Stunden verloren die Verschwörer die Kontrolle über die Situation.

Besonders wichtig war die Rolle von Generaloberst Friedrich Fromm, dem Befehlshaber des Ersatzheeres. Anfangs verhielt er sich abwartend. Als jedoch eindeutig feststand, dass Hitler überlebt hatte, wechselte er die Seite. Um seine eigene Beteiligung zu verschleiern, ließ er Stauffenberg und die wichtigsten Mitverschwörer noch am selben Abend verhaften.

Damit begann der schnelle Zusammenbruch der größten Verschwörung gegen Adolf Hitler. Was am Morgen noch wie die letzte Chance aussah, die Herrschaft des NS-Regimes zu beenden, entwickelte sich innerhalb weniger Stunden zu einem vollständigen Scheitern. Für die Beteiligten sollten die Folgen noch in derselben Nacht tödlich sein. Am Abend des 20. Juli 1944 war die Verschwörung praktisch gescheitert. Nachdem eindeutig feststand, dass Adolf Hitler den Anschlag überlebt hatte, kehrten viele militärische Einheiten zur nationalsozialistischen Führung zurück. Die Befehle der Verschwörer verloren ihre Wirkung, und immer mehr Offiziere distanzierten sich von der Operation Walküre.

Im Bendlerblock in Berlin, dem Hauptquartier des Ersatzheeres, versuchten Claus Schenk Graf von Stauffenberg und seine Mitstreiter zunächst noch, die Kontrolle zu behalten. Sie hofften, dass sich weitere Einheiten anschließen würden. Doch die Nachrichten aus der Wolfsschanze ließen keinen Zweifel mehr zu: Hitler lebte.

Generaloberst Friedrich Fromm, der sich zunächst zurückgehalten hatte, erkannte nun, dass der Staatsstreich gescheitert war. Um jeden Verdacht von sich abzulenken, ließ er die wichtigsten Verschwörer sofort festnehmen. Noch in derselben Nacht ordnete er ein Standgericht an.

Kurz nach Mitternacht, in den ersten Stunden des 21. Juli 1944, wurden Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Werner von Haeften, Friedrich Olbricht und Albrecht Mertz von Quirnheim im Innenhof des Bendlerblocks erschossen. Berichten zufolge rief Stauffenberg kurz vor seiner Hinrichtung die Worte: „Es lebe das heilige Deutschland!“ Historiker weisen jedoch darauf hin, dass die genaue Formulierung bis heute unterschiedlich überliefert wird.

Mit den Erschießungen war die Verfolgung der Verschwörer jedoch nicht beendet. Adolf Hitler ordnete umfassende Ermittlungen an. Die Gestapo begann sofort damit, nach allen Personen zu suchen, die an der Planung beteiligt gewesen sein könnten oder von der Verschwörung wussten.

In den folgenden Wochen wurden mehr als 7.000 Menschen verhaftet. Darunter befanden sich Offiziere, Beamte, Juristen, Politiker, Geistliche und Zivilisten. Nicht alle hatten aktiv am Anschlag teilgenommen. Teilweise reichte bereits der Verdacht, Kontakte zu den Verschwörern gehabt zu haben.

Etwa 200 Menschen wurden später im Zusammenhang mit dem Attentat hingerichtet oder starben während der Haft. Viele Prozesse fanden vor dem berüchtigten Volksgerichtshof statt, dessen Präsident Roland Freisler für seine aggressiven und demütigenden Verhandlungen bekannt war.

Die Angeklagten erhielten kaum eine Möglichkeit, sich zu verteidigen. Freisler unterbrach sie häufig, beleidigte sie öffentlich und machte bereits während der Verhandlung deutlich, dass das Urteil praktisch feststand. In den meisten Fällen endeten die Prozesse mit einem Todesurteil.

Mehrere Hinrichtungen wurden im Gefängnis Berlin-Plötzensee vollstreckt. Hitler ordnete an, dass einige Hinrichtungen gefilmt werden sollten. Die Aufnahmen waren ausschließlich für die Führung des Regimes bestimmt und dienten der Einschüchterung möglicher weiterer Gegner.

Auch die Familien der Verschwörer blieben nicht verschont. Das NS-Regime wandte teilweise die sogenannte Sippenhaft an. Angehörige wurden überwacht, verhaftet oder unter Druck gesetzt, obwohl sie an der Verschwörung nicht beteiligt gewesen waren. Besonders Frauen und Kinder litten unter den Folgen dieser Maßnahmen.

Henning von Tresckow, einer der wichtigsten Mitorganisatoren des Widerstands, befand sich während des Attentats an der Ostfront. Als er vom Scheitern der Operation Walküre erfuhr, nahm er sich am 21. Juli 1944 das Leben, um einer Verhaftung zu entgehen.

Trotz des gescheiterten Anschlags verschlechterte sich die militärische Lage Deutschlands weiter. Im Westen rückten die alliierten Truppen nach der Landung in der Normandie immer weiter vor. Im Osten setzte die Rote Armee ihre Großoffensive fort. Das Deutsche Reich verlor zunehmend die Kontrolle über die Kriegslage.

Adolf Hitler nutzte das gescheiterte Attentat gleichzeitig für seine Propaganda. In Reden erklärte er, seine Rettung sei ein Zeichen des Schicksals. Die nationalsozialistische Führung stellte die Verschwörer als Verräter dar und versuchte, jede Form des Widerstands zu unterdrücken.

Viele Deutsche erfuhren damals nur die offizielle Darstellung der Ereignisse. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnten Historiker zahlreiche Dokumente auswerten und die tatsächlichen Abläufe der Operation Walküre genauer rekonstruieren.

Obwohl der Anschlag sein unmittelbares Ziel nicht erreichte, zeigte er, dass es innerhalb Deutschlands Menschen gab, die bereit waren, unter Einsatz ihres eigenen Lebens gegen das nationalsozialistische Regime vorzugehen. Für fast alle Beteiligten endete dieser Versuch jedoch mit ihrer Verhaftung oder ihrem Tod. Trotzdem sollte ihr Handeln nach dem Krieg eine besondere Bedeutung für die deutsche Erinnerungskultur erhalten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945 begann in Deutschland die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit. Auch die Ereignisse des 20. Juli 1944 wurden neu bewertet. Während die Verschwörer vom NS-Regime als Verräter bezeichnet worden waren, änderte sich diese Sichtweise in den folgenden Jahrzehnten deutlich.

Heute betrachten viele Historiker Claus Schenk Graf von Stauffenberg und seine Mitstreiter als Teil des deutschen Widerstands gegen die nationalsozialistische Diktatur. Gleichzeitig weisen Wissenschaftler darauf hin, dass die Mitglieder der Verschwörung unterschiedliche politische Vorstellungen hatten. Nicht alle kämpften aus denselben Gründen gegen Hitler. Einige wollten den Krieg beenden, andere hofften auf eine neue Regierung oder sahen die militärische Lage Deutschlands als aussichtslos an. Trotzdem verband sie das gemeinsame Ziel, die Herrschaft Hitlers zu beenden.

Historiker betonen außerdem, dass der deutsche Widerstand nicht nur aus der Gruppe um Stauffenberg bestand. Schon viele Jahre zuvor hatten Geistliche, Studenten, Arbeiter, Politiker und einzelne Militärangehörige versucht, sich dem Regime entgegenzustellen. Zu den bekanntesten Widerstandsgruppen gehören die Weiße Rose in München, der Kreisauer Kreis sowie zahlreiche weitere Gruppen und Einzelpersonen, die sich auf unterschiedliche Weise gegen die nationalsozialistische Diktatur stellten.

Der Bendlerblock in Berlin, an dem Stauffenberg und seine Mitverschwörer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1944 erschossen wurden, ist heute eine wichtige Gedenkstätte. Dort befindet sich die Gedenkstätte Deutscher Widerstand, die jedes Jahr von vielen Besucherinnen und Besuchern aus Deutschland und dem Ausland besichtigt wird. Dokumente, Fotografien und persönliche Gegenstände erinnern an die Menschen, die sich gegen das Regime stellten.

Jedes Jahr am 20. Juli finden in Berlin offizielle Gedenkveranstaltungen statt. Vertreter der Bundesregierung, der Bundeswehr und zahlreiche Gäste legen Kränze nieder und erinnern an die Opfer des Widerstands. Für viele Menschen ist dieses Datum ein Symbol für Mut, persönliche Verantwortung und den Einsatz gegen eine Diktatur.

Auch in Schulen nimmt die Operation Walküre einen festen Platz im Geschichtsunterricht ein. Schülerinnen und Schüler lernen nicht nur den Ablauf des Attentats kennen, sondern beschäftigen sich auch mit der schwierigen Frage, welche Möglichkeiten Menschen in einer Diktatur haben, sich gegen ein Unrechtssystem zu wehren.

Das Attentat vom 20. Juli 1944 wurde außerdem mehrfach verfilmt. Besonders bekannt ist der internationale Spielfilm „Valkyrie“ aus dem Jahr 2008, in dem Tom Cruise die Rolle von Claus Schenk Graf von Stauffenberg übernahm. Der Film machte die Ereignisse einem weltweiten Publikum bekannt, enthält jedoch – wie viele Spielfilme – einige dramatische Darstellungen, die nicht in allen Einzelheiten den historischen Abläufen entsprechen.

Historiker stützen sich deshalb vor allem auf Originaldokumente, Zeitzeugenberichte und wissenschaftliche Forschung. Diese Quellen zeigen, dass die Operation Walküre sorgfältig vorbereitet wurde, ihr Erfolg jedoch von vielen unsicheren Faktoren abhing. Schon kleine Zufälle beeinflussten den Verlauf der Ereignisse. Dass die Besprechung am 20. Juli 1944 nicht im Betonbunker, sondern in einer Holzbaracke stattfand, dass nur eine Bombe aktiviert werden konnte und dass die Aktentasche kurz vor der Explosion verschoben wurde, gehörte zu den entscheidenden Gründen dafür, dass Hitler den Anschlag überlebte.

Bis heute diskutieren Historiker, wie sich die Geschichte entwickelt hätte, wenn das Attentat erfolgreich gewesen wäre. Sicher beantworten lässt sich diese Frage nicht. Fest steht jedoch, dass der Krieg noch mehrere Monate weiterging und erst im Mai 1945 endete. In dieser Zeit verloren noch Millionen Menschen ihr Leben, und weite Teile Europas wurden weiter zerstört.

Die Operation Walküre gilt deshalb bis heute als die bedeutendste Verschwörung gegen Adolf Hitler innerhalb Deutschlands. Obwohl der Anschlag scheiterte, zeigte er, dass es selbst im Zentrum des nationalsozialistischen Machtapparates Menschen gab, die bereit waren, unter Einsatz ihres eigenen Lebens Widerstand zu leisten.

Mehr als 80 Jahre nach den Ereignissen bleibt der 20. Juli 1944 ein wichtiger Teil der deutschen Geschichte. Er erinnert daran, dass persönlicher Mut und Verantwortung auch unter schwierigsten Bedingungen möglich sind. Gleichzeitig macht die Geschichte der Operation Walküre deutlich, wie schwer es ist, sich einer Diktatur entgegenzustellen und welche Folgen ein gescheiterter Widerstand haben kann. Gerade deshalb wird an die Männer und Frauen des deutschen Widerstands bis heute erinnert – nicht wegen eines erfolgreichen Umsturzes, sondern wegen ihres Entschlusses, sich gegen das nationalsozialistische Regime zu stellen, obwohl sie wussten, dass sie ihr eigenes Leben damit aufs Spiel setzten.

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