Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan vertiefen Militärkooperation: Gemeinsames Verteidigungsabkommen in Dschidda erwartet

Gemeinsames Verteidigungsabkommen in Dschidda erwartet

Die sicherheitspolitische Neuordnung im Nahen Osten nimmt weiter Gestalt an. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran wollen Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan ihre militärische Zusammenarbeit deutlich ausbauen. Nach Informationen aus saudischen Regierungs- und Militärkreisen soll in Dschidda noch heute ein gemeinsames Verteidigungsabkommen unterzeichnet werden.

Die geplante Vereinbarung fällt in eine Phase erhöhter Unsicherheit in der Region. Der Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hat nicht nur mehrere Golfstaaten in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtigen Seewege der Straße von Hormus und des Roten Meeres beeinträchtigt. Vor diesem Hintergrund gewinnt eine engere sicherheitspolitische Abstimmung regionaler Akteure zunehmend an Bedeutung.

Im Mittelpunkt der diplomatischen Gespräche steht ein Treffen von Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sowie Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif in der Hafenstadt Dschidda am Roten Meer.

Sharif traf bereits am Donnerstag gemeinsam mit Pakistans Armeechef Asim Munir im Königreich ein. Der Besuch dauert nach Angaben der pakistanischen Regierung bis Samstag. Erdogan wird nach Angaben der türkischen Präsidentschaft ebenfalls noch heute in Saudi-Arabien erwartet.

Das pakistanische Außenministerium erklärte, der Besuch finde vom 6. bis 8. August statt.

Nach Angaben eines mit den Gesprächen vertrauten Insiders wurde über das Abkommen bereits seit längerer Zeit verhandelt.

“It was under discussion for a long time but the latest developments in the region expedite it,”

erklärte die Quelle unter der Bedingung der Anonymität.

Auch eine zweite, der saudischen Regierung nahestehende Quelle bestätigte anonym, dass die Unterzeichnung noch am heutigen Tag vorgesehen sei.

Seit Monaten wird über eine mögliche strategische Partnerschaft zwischen den drei Staaten spekuliert. Die aktuellen Entwicklungen gelten als weiterer Schritt in Richtung einer engeren sicherheitspolitischen Zusammenarbeit.

Pakistan bemüht sich nach eigenen Angaben um Vermittlungsinitiativen zur Beendigung des Krieges zwischen den USA und dem Iran. Die Türkei wiederum übernimmt eine diplomatische Rolle bei den Bemühungen um ein Ende des Krieges im Gazastreifen.

Aus Sicht Pakistans geht die Bedeutung der Gespräche über die aktuelle Krisensituation hinaus.

Der Sprecher des pakistanischen Außenministeriums, Tahir Andrabi, erklärte am Donnerstag:

“Although taking place against the backdrop of heightened tensions in the Gulf, the visit will carry significance beyond the immediate crisis and short-term considerations.”

Die Aussage unterstreicht, dass Islamabad den Besuch nicht nur als Reaktion auf die gegenwärtigen Spannungen versteht, sondern auch als Teil einer langfristigen strategischen Ausrichtung.

Bereits 2025 hatten Saudi-Arabien und Pakistan einen gemeinsamen Verteidigungspakt angekündigt. Internationale Aufmerksamkeit erhielt dieser Schritt insbesondere deshalb, weil Pakistan als einziger muslimischer Staat über Atomwaffen verfügt.

Ob das angekündigte Verteidigungsabkommen den Beginn einer dauerhaft engeren strategischen Zusammenarbeit zwischen Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan markiert, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen. Angesichts der anhaltenden Konflikte im Nahen Osten könnte eine vertiefte militärische Kooperation der drei Staaten künftig eine größere Rolle für die regionale Sicherheitsarchitektur spielen.

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