Google kauft Unternehmensdaten von Spirit Airlines für 10 Millionen Dollar

Google CEO Sundar pichai

Die US-Fluggesellschaft Spirit Airlines hat ihren Flugbetrieb eingestellt und befindet sich in einem Insolvenzverfahren. Nun wurde bekannt, dass Google für einen großen Teil der digitalen Unternehmensdaten von Spirit Airlines 10 Millionen US-Dollar bezahlt hat.


Nach Angaben aus einem Dokument des Insolvenzgerichts hat Google eine Auktion für die Unternehmensdaten gewonnen. Das Unternehmen bot dafür 10 Millionen Dollar. Der zweitbeste Bieter war demnach Merkor, ein Unternehmen aus dem Bereich künstliche Intelligenz und Personalbeschaffung. Merkor soll 7,5 Millionen Dollar geboten haben.


Bei den verkauften Daten handelt es sich um eine sehr große Menge digitaler Informationen aus dem Unternehmen. Berichten zufolge umfasst der Datensatz rund 100 Millionen E-Mails und etwa 500 Millionen Nachrichten aus Microsoft Teams. Dazu kommen Kalender, Projektunterlagen, Finanzdatenbanken, Prüfberichte, Marketingmaterialien und der vollständige Quellcode des Unternehmens.


Spirit Airlines beschäftigte im Jahr 2025 rund 9.700 Vollzeitmitarbeiter. Viele digitale Arbeitsunterlagen, die während der täglichen Arbeit entstanden sind, werden damit nun zu einem Unternehmensvermögen, das im Rahmen des Insolvenzverfahrens verkauft werden kann.
Google will die Daten nach eigenen Angaben nutzen, um seine Produkte und KI-Modelle zu verbessern. Dabei soll die künstliche Intelligenz besser verstehen, wie Unternehmen im Alltag tatsächlich arbeiten. Dazu gehören beispielsweise die Kommunikation zwischen Mitarbeitern, der Umgang mit Problemen, Finanzprozesse oder die Dokumentation von technischen Arbeiten.


Google erklärte, dass ein Teil des Unternehmensdatensatzes von Spirit Airlines erworben wurde und für die Verbesserung von Produkten und KI-Modellen hilfreich sein könne. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, dass es keine persönlichen Informationen aus dem Datensatz erhalten werde.
Auch Passagierdaten sollen nicht Teil des Verkaufs sein. Dazu gehören beispielsweise Profile von Vielfliegern, Reisedaten und Zahlungsinformationen von Kunden.


Google erklärte außerdem, dass alle Daten vor der Übergabe von einem externen Unternehmen sorgfältig überprüft und von persönlich identifizierbaren Informationen befreit werden sollen.
Der Verkauf wirft trotzdem Fragen zum Umgang mit Unternehmensdaten nach einer Insolvenz auf. Spirit Airlines ist die erste große US-Fluggesellschaft seit rund 25 Jahren, die ihren Betrieb vollständig eingestellt hat, ohne von einem anderen Unternehmen übernommen zu werden.


Da sich die Fluggesellschaft in einem Insolvenzverfahren befindet, muss das Unternehmen beziehungsweise die Insolvenzverwaltung bestimmen, welchen Wert die verschiedenen Vermögenswerte haben. Dazu gehören in diesem Fall nicht nur Flugzeuge und Flughafenausrüstung, sondern auch große Mengen digitaler Unternehmensdaten.


Der Verkauf der Daten an Google könnte deshalb auch für andere Unternehmen interessant sein. Der Fall zeigt, dass digitale Informationen eines Unternehmens nach einer Insolvenz einen erheblichen finanziellen Wert haben können. Gleichzeitig dürfte genau geprüft werden, wie der Schutz persönlicher Daten bei einem solchen Verkauf gewährleistet wird.

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