USA und Venezuela töten Anführer der Tren-de-Aragua-Bande

Nino Guerrero killed

Die Sicherheitsbehörden der USA und Venezuelas haben nach eigenen Angaben einen bedeutenden Erfolg im Kampf gegen organisierte Kriminalität erzielt. Bei einer gemeinsamen Operation wurde Hector Rusthenford Guerrero Flores, besser bekannt als „Nino Guerrero“, getötet.

Der mutmaßliche Anführer der berüchtigten kriminellen Organisation Tren de Aragua kam während eines Einsatzes im venezolanischen Bundesstaat Bolívar ums Leben. Die Aktion gilt als einer der schwersten Schläge gegen die international agierende Bande in den vergangenen Jahren.

Gemeinsamer Einsatz gegen einen der meistgesuchten Kriminellen

Nach Angaben des venezolanischen Kommunikationsministeriums kam es während der Operation zu bewaffneten Auseinandersetzungen mit Mitgliedern krimineller Gruppen. Dabei wurde Guerrero getötet.

Die Behörden erklärten, dass der Einsatz mit Unterstützung moderner Überwachungstechnologien und durch den Austausch von Geheimdienstinformationen zwischen Washington und Caracas durchgeführt wurde.

Auch US-Präsident Donald Trump bestätigte den Tod des Bandenchefs. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte er, die US-Streitkräfte hätten auf seine Anweisung einen gezielten Schlag gegen Guerrero ausgeführt.

Laut Trump sei die Mission eng mit den venezolanischen Behörden abgestimmt worden. Ziel sei es gewesen, der Organisation ihre wichtigste Führungsfigur zu nehmen.

Wer war Nino Guerrero?

Guerrero galt als Gründer und Kopf von Tren de Aragua. Unter seiner Führung entwickelte sich die ursprünglich in Venezuela entstandene Gefängnisbande zu einem weit verzweigten kriminellen Netzwerk mit Aktivitäten in mehreren Ländern Lateinamerikas.

Die Vereinigten Staaten stufen Tren de Aragua als Terrororganisation ein. Die Gruppe ist unter anderem in Venezuela, Kolumbien, Peru und Chile aktiv.

US-Ermittler werfen der Organisation zahlreiche Straftaten vor, darunter Drogenhandel, Erpressung, Menschenhandel sowie schwere Gewaltdelikte.

Anklagen und Millionenbelohnung

Bereits im Dezember hatten Bundesstaatsanwälte in New York Anklagen gegen Guerrero wegen organisierter Kriminalität, Waffenvergehen und Drogendelikten erhoben.

Die US-Regierung setzte zudem eine Belohnung von fünf Millionen US-Dollar für Hinweise aus, die zu seiner Festnahme oder Verurteilung führen würden.

Der damalige US-Staatsanwalt Jay Clayton bezeichnete Guerrero als Schlüsselfigur beim Aufstieg von Tren de Aragua zu einer international operierenden kriminellen Organisation.

Die Rolle des Gefängnisses Tocorón

Laut einem Bericht des Thinktanks InSight Crime baute Guerrero seinen Einfluss während seiner Haftzeit im Gefängnis Tocorón erheblich aus.

Das Gefängnis erlangte internationale Aufmerksamkeit, weil dort kriminelle Anführer über außergewöhnlich große Freiheiten verfügt haben sollen. Medienberichten zufolge entstanden innerhalb der Haftanstalt sogar Einrichtungen wie ein Restaurant, ein Nachtclub, ein Zoo, ein Spielplatz und ein Swimmingpool.

Experten sehen darin ein Beispiel für die jahrelange Macht krimineller Netzwerke innerhalb des venezolanischen Strafvollzugssystems.

Neue Annäherung zwischen Washington und Caracas

Die gemeinsame Operation verdeutlicht zugleich die zuletzt verbesserten Beziehungen zwischen den USA und Venezuela.

Nachdem Nicolás Maduro im Januar von der Macht entfernt worden war, näherten sich beide Länder politisch wieder an. Im März wurden die diplomatischen Beziehungen offiziell wiederhergestellt, nachdem sie seit 2019 unterbrochen gewesen waren.

Die Vereinigten Staaten arbeiten derzeit zudem an der Wiedereröffnung ihrer Botschaft in Caracas.

Mit dem Tod von Nino Guerrero verliert Tren de Aragua ihre wichtigste Führungsfigur. Ob die Tötung des Bandenchefs die Aktivitäten der Organisation dauerhaft schwächen wird, bleibt jedoch abzuwarten. Sicherheitsbehörden in mehreren Ländern rechnen weiterhin mit Herausforderungen im Kampf gegen das internationale Netzwerk.

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